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EDV-Tätigkeit als Gewerbebetrieb

Die Finanzverwaltung versucht immer wieder, in der EDV-Branche tätige
Selbständige unter Hinweis auf die Rechtsprechung des BFH pauschal als
Gewerbetreibende einzustufen, mit der Folge, daß Gewerbesteuerpflicht
besteht und damit bei Übersteigen des gewerbesteuerlichen Freibetrags
von 24.500,-- € Gewinn Gewerbesteuer zu zahlen ist.

Tatsächlich ist die Sachlage jedoch wesentlich differenzierter zu sehen,
je nach Tätigkeit und Ausbildung kann die EDV-Tätigkeit durchaus auch
als freiberuflich anzusehen sein, was u.a. die erfreuliche Folge hat,
daß keine Gewerbesteuer anfällt.

Freiberufliche Tätigkeit ist eine Qualifikation des Einkommensteuerrechts,
und nicht zu verwechseln mit der selbständigen Tätigkeit an sich, die
sowohl freiberuflich als auch gewerblich sein kann.

Genaue Analyse der Tätigkeit sowie Kenntnis des Steuerberaters von EDV-
technischen Hintergründen ist hier von großer Bedeutung bei der Argumen-
tation gegenüber dem Finanzamt.

Durch die geänderte Anrechnung der Gewerbesteuer bei der Einkommensteuer
ab 2008 hat die Frage der Gewerbesteuerpflicht jedoch einiges an Gewicht
hinsichtlich der Steuerbelastung verloren. Allerdings bringt der Status des
Freiberuflers auch noch andere Vorteile mit sich, so dass es sich trotzdem
lohnt, die Situation zutreffend zu klären.